Ein enger Kampf zwischen Pro und Contra

(Quelle: 20Min, 02. September 2015) Die Zuger Ladenöffnungs-Initiative «1 Stunde länger» spaltet die Gemüter. Leser äussern sich wie Initianten und Gewerkschafter kontrovers zum Thema.

Dafür oder dagegen – die Initiative «1 Stunde länger» gibt zu reden. Bei der Umfrage, ob die Leser im Kanton Zug gerne eine Stunde pro Tag länger shoppen möchten, sind die Meinungen sehr geteilt: Von den 2089 Teilnehmern waren 49 Prozent dafür, 42 Prozent dagegen und 9 Prozent enthielten sich.

Die Meinungen gehen auseinander

Der Leser Michi zeigte sich etwa solidarisch: «Obwohl ich nicht im Verkauf arbeite, werde ich mich bei jeder Abstimmung für das Verkaufspersonal einsetzen.» Auf der anderen Seite heisst es: «Unbedingt – macht endlich mal die Läden auf – auch am Sonntag.» Viele Befürworter kritisieren auch, dass durch die zu wenig langen Öffnungszeiten die Leute vermehrt im Ausland einkaufen gehen: «Kein Wunder gehen alle Schweizer ins nördliche Nachbarland», so der Kommentar des Lesers reini.

Bei manchen Detailhandelsangestellten stösst die Initiative auf wenig Verständnis: «Ich finde das eine Frechheit. Da ich selber im Verkauf tätig bin, ärgert mich das. Weil gewisse Leute sich den Tag nicht einteilen können, müssen die Verkäufer büssen.» Weitere Leser befürchten eine Preiserhöhung, falls die Initiative angenommen würde: «Längere Öffnungszeiten sind auch höhere Kosten für die Geschäfte und dann werden die Preise steigen.»

Das Thema beschäftigt viele

Etienne Schumpf, Mitglied des Initiativkomitees, sagt: «Wir wurden von zahlreichen Privatpersonen wie auch von Geschäften darauf angesprochen, dass das Bedürfnis nach längeren Öffnungszeiten besteht.»

Der Vorteil der Initative: Die Läden können selber wählen, ob sie von den längeren Öffnungszeiten profitieren möchten oder nicht. «So kann ein Laden jederzeit auch wieder zu den normalen Öffnungszeiten zurück, falls die zusätzliche Stunde nicht rentieren sollte», erklärt Schumpf. Und: In anderen Zentralschweizer Kantonen wie Ob- und Nidwalden wie auch im Kanton Schwyz bestehen die längeren Öffnungszeiten bereits. Nur im Kanton Luzern und Zug wird immer wieder aufs Neue über längere Öffnungszeiten diskutiert.

Total 2000 Unterschriften muss das Initiativkomitee innert unbefristeter Zeit zusammenbringen. Das erste Ziel sei laut Schumpf bereits erreicht worden: «Wir haben innert einer Woche extrem viele positive Mitteilungen erhalten und somit das Interesse bei der Bevölkerung geweckt.» Das nächste Ziel ist es aber laut Schumpf, nun möglichst viele Unterschriften innert kürzester Zeit zu sammeln.

«Das ist eine Zumutung»

Die Gewerkschaft Unia hält nichts von der Initiative: «Solche Verhältnisse sind für die Angestellten nicht mehr zumutbar. Die Verkäufer müssen schon jetzt zu tiefen Löhnen sehr lange arbeiten», so Pepo Hofstetter, Leiter Kommunikation der Unia. «Noch eine Stunde länger erträgt es beim Personal einfach nicht», so Hofstetter weiter. Die Unia werde sich deshalb gegen die Initiative wehren. Statt immer längere Arbeitszeiten brauche das Verkaufspersonal endlich einen Gesamtarbeitsvertrag, der die Angestellten schützt.

Original Artikel: http://www.20min.ch/schweiz/zentralschweiz/story/22632680